1. Grundlagen der Betriebsratsarbeit

 

Die Aufgaben des Betriebsrats basieren auf dem Betriebsverfassungsgesetz: als Vertreter der Arbeitnehmer vertritt der Betriebsrat deren Interessen gegenüber dem Arbeitgeber. Der einzelne Arbeitnehmer könnte dies als abhängig Beschäftigter vielfach gar nicht oder nur sehr schwierig erreichen.

 

Aus den Rechten des Betriebsrats ergibt sich die Möglichkeit der "Mitbestimmung" in den Betrieben, die von Arbeitgeberseite lange Zeit als einschränkend empfunden wurde. Heute wird dagegen die Einbeziehung von Mitarbeitenden in Entscheidungen ganz allgemein als zeitgemäßes Instrument zur Steigerung von Leistungsbereitschaft und Motivation verstanden. Auch für den Arbeitgeber ist es von Vorteil, dass die Betriebsräte größtenteils vor Ort in den Abteilungen tätig sind und somit den Alltag und die Probleme der Bereiche gut kennen.

 

So kann der Betriebsrat die Interessen der Arbeitnehmer wirksam vertreten und gleichzeitig eine vermittelnde, gegebenenfalls auch fordernde Rolle einnehmen. Die indirekte Beteiligung der Arbeitnehmer durch den Betriebsrat und dessen Mitwirkungsrechte in den Unternehmen kann heute im internationalen Vergleich als Erfolgsmodell bezeichnet werden und ist in dieser Form weltweit einzigartig.

 

Der Betriebsrat hat darüber zu wachen, dass

  1. alle zugunsten der Arbeitnehmer geltenden Regelungen seitens Arbeitgeber befolgt werden und
  2. dass alle im Betrieb tätigen Personen fair und gerecht behandelt werden.

Dazu zählen u.a.

  • Arbeitszeit
  • Einstellungen, Versetzungen, Kündigungen
  • Gestaltung des Arbeitsumfeldes (Lautstärke, Gesundheitsschutz u.a.)
  • Betriebsrente, Sozialleistungen
  • ...

     "Ohne den Betriebsrat geht nichts"

 

Damit der Betriebsrat seine Aufgaben erfüllen kann,

  • darf er bei der Ausübung seiner Rechte von niemandem behindert werden;
  • dürfen seinen Mitgliedern aufgrund ihrer Tätigkeit weder Vorteile noch Nachteile erwachsen;
  • sind seine Mitglieder durch einen besonderen gesetzlichen Kündigungsschutz geschützt.

Generell sind Betriebsräte und Arbeitgeber zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit verpflichtet und gut beraten, diese im Interesse aller Beteiligter zu nutzen. Unserer Erfahrung nach erzielt man die besten Ergebnisse durch ein faires Miteinander. Im Konfliktfall zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber gibt es - wenn eine innerbetriebliche Einigung nicht erzielt werden kann - die Möglichkeiten,

  • eine Einigungsstelle anzurufen, die in aller Regel ein Richter leitet und entweder eine Einigung herbeiführt oder einen Schiedsspruch fällt;
  • vor dem Arbeitsgericht einen Vergleich herbeizuführen oder ein Urteil bzw. einen Beschluss zu erwirken.

 

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2. Aufgaben für den Betriebsrat im Werk Penzberg

 

Was sind nun bei uns im Werk Penzberg die Schwerpunkte unserer Arbeit? Innerhalb des Betriebsratsgremiums wird durch Mehrheitsbeschlüsse entschieden, welche Aufgaben durch wen und mit welcher Priorität bearbeitet werden. Die Bearbeitung erfolgt

  • in betriebsratsinternen Ausschüssen,
  • in Gremien, in denen der Betriebsrat und die Arbeitgeberseite vertreten sind
  • oder im Rahmen von Projekten, die auf das Werk Penzberg begrenzt oder standortübergreifend sein können. Dann erfolgt die Bearbeitung auf Unternehmensebene durch den GBR (Gesamtbetriebsrat) bzw. auf Konzern-Ebene durch den KBR (Konzernbetriebsrat).

Hier eine beispielhafte Auswahl der durch den Betriebsrat in den letzten Jahren wahrgenommenen Aufgaben:

 

Zuständigkeit

beispielhafte Aufgaben / Stichpunkte



Betriebsausschuss (BA)

geschäftsführendes Organ des Betriebsrats;
regelmäßiger Austausch und Beratung mit dem Arbeitgeber;
Gremium, das alle offenen Punkte nachhält



Personalausschuss (PA)

Bearbeitung aller Einstellungen, Versetzungen, Umgruppierungen;

bei Kündigungen Vorbereitung von Widersprüchen oder Bedenken durch den Betriebsrat;

Vereinbarungen zum Thema Leiharbeit



Bildungsausschuss (BiA)

Alles rund um Aus- und Weiterbildung;

Fortbildungsprogramm und Seminare



Ausschuss für Umwelt, Sicherheit und Gesundheit  (USG)

Gestaltung von Arbeitsplätzen, Arbeitsbedingungen;

Abstimmung mit Arbeitssicherheit und Werksarzt;
Überwachung der Einhaltung der Arbeitssicherheitsgesetze durch den Arbeitgeber



Projektgruppen des Betriebsrats

Behandlung von größeren Umorganisationen und Restrukturierungen;

Erarbeitung von Vereinbarungen mit dem Arbeitgeber;
z.B. Videoüberwachung, Langzeitkonto, Interessensausgleiche



Ausschuss für Arbeitszeitfragen

Bearbeitung von Mehrarbeitsanträgen;

Bearbeitung aller Schichtregelungen;
Überwachung der Einhaltung der Arbeitszeitgesetze durch den Arbeitgeber        



Arbeitszeitkommission (AZK)

Kommission gemeinsam mit dem Arbeitgeber;

alle betriebsweiten Arbeitszeitregelungen;
alles rund ums Ampelkonto



Betriebsratsvorsitzende(r)

Vertreter des Betriebsrats nach außen ("Sprachrohr")

 




Daneben beschäftigen sich Mitglieder des Penzberger Betriebsrats gemeinsam mit KollegInnen aus Mannheim oder Grenzach (auf der Ebene des Gesamtbetriebsrats bzw. Konzernbetriebsrats) mit folgenden Themen:

 

Zuständigkeit

beispielhafte Aufgaben / Stichpunkte



Projektgruppen des Konzernbetriebsrats (KBR) 

Versorgungsordnungen;
Integrationsvereinbarung behinderter Menschen



Projektgruppen des Gesamtbetriebsrats (GBR) 

Vereinbarungen zu AT-Vergütung und Performance-Management;

Taleo, Familie und Beruf, Gefährdungsbeurteilung, Ideenmanagement und vieles andere 



Wirtschaftausschuss (WiA) 

Beratung von wirtschaftlichen Angelegenheiten mit Arbeitgeber und GBR;
z.B. Finanzkennzahlen, Bilanzen, wesentliche Veränderungen im Unternehmen



Datenverarbeitungskommision (DVK) 

Bewertung von Software und EDV-Systemen



Bewertungsgremium für AT-Funktionen (ehemals QVA) 

Einstufung von AT-Angestellten;
Festlegung von Referenzfunktionen 



Schon diese Auswahl zeigt, wie vielfältig und komplex die Betriebsratstätigkeit ist. Die Aufgaben können im Sinne der Arbeitnehmer umso besser und schneller umgesetzt werden je mehr Engagement, Erfahrung und spezifische Kenntnisse bei den Mitgliedern des Betriebsrats vorhanden sind.

 

3. Was zeichnet die FREIE LISTE aus?

 

Grundsätzlich kann jeder im Betriebsrat mitarbeiten, der gewählt ist und sich für seine KollegInnen einsetzen und somit Verantwortung übernehmen möchte. Eingangsqualifikationen gibt es nicht.

 

In der FREIEN LISTE sind wir jedoch daran interessiert, dass über diese persönliche Bereitschaft hinaus auch gewisse Kenntnisse und Erfahrung mitgebracht werden, die für die Betriebsratsarbeit erforderlich sind. Innerhalb der FREIEN LISTE pflegen wir Offenheit und konstruktive Zusammenarbeit; wir unterstützen uns gegenseitig. Nicht jeder muss alles können oder wissen. Allerdings ist es hilfreich, wenn im Team viele Kompetenzen vertreten sind, die leicht zugänglich sind.

 

In einer immer komplexer werdenden Welt freuen wir uns, dass unsere Kandidaten Kenntnisse im Projektmanagement und in der Verhandlungsführung mitbringen (für die Bearbeitung von Themen wie z.B. das neue AT-Vergütungssystem oder Auslagerungen ganzer Einheiten unverzichtbar). Für die Arbeit in spezifischen Ausschüssen bzw. in entsprechenden Projekten sind Kenntnisse in wirtschaftlichen Grundlagen, Bilanzanalyse, EDV, Gesundheitsschutz, Diversity Management erforderlich - alles Themenbereiche, die unser Team abdeckt.

 

In der FREIEN LISTE treffen langjährige Erfahrung aus Forschung & Entwicklung, aus Produktion und Qualitätssicherung sowie aus Zentral- und Servicebereichen auf frischen Wind junger KollegInnen - Erfahrung, Wertebewusstsein und Verhandlungsgeschick trifft auf Spontanität, Kreativität und Unbekümmertheit. In diesem Team sind strategisches Denken und gesunder Menschenverstand repräsentiert, Konfliktbereitschaft aber auch Potential zur Konfliktlösung, strukturiertes Vorgehen und Spontanität, Einfühlungsvermögen in das Gegenüber sowie Standhaftigkeit auch in schwierigen Situationen. Wir pflegen Networking in den verschiedenen Einheiten und quer durch die Hierarchiestufen. Zu unserer Arbeit tragen ruhige wie auch extrovertierte KollegInnen bei. Wir sind in der Lage, Vorträgen unserer amerikanischen Chefs nicht nur zu folgen, sondern auch aktiv an englischsprachigen Besprechungen teilzunehmen. In der Hierarchie sind wir als Gesprächspartner akzeptiert.

 

Wir haben die Möglichkeit, auf vielerlei Kenntnisse und Kompetenzen zurückzugreifen: Auslandserfahrung, Erfahrung von Führungskräften, Erfahrung von Mitarbeitenden mit ihren Vorgesetzten. Daraus resultiert Verständnis für die verschiedenen Hierarchiestufen, Verständnis für die Sorgen und Nöte der KollegInnen. Dies ermöglicht es der FREIEN LISTE aus einem bunten Strauß von Mitarbeitenden, Spezialisten für viele verschiedene Aufgaben zur Verfügung stellen zu können. Wir praktizieren also schon seit Jahren, was neuerdings mit Diversity Management bezeichnet wird.

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